Beamtendarlehen

Viele Banken und Kreditanbieter haben in ihrem Programm spezielle Produkte für Beamte, Pensionäre und Angestellte im öffentlichen Dienst im Angebot. Grundsätzlich unterscheiden sich diese nur wenig von herkömmlichen Kreditangeboten. Weil aber diese spezielle Zielgruppe über ein gutes und vor allem sicheres Einkommen verfügt, sind Banken und Kreditgeber häufig bereit besondere Konditionen zu gewähren.

Welche Besonderheiten haben Beamtendarlehen?

Insbesondere zwei Arten von speziellen Finanzprodukten für Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes lassen sich von herkömmlichen Angeboten unterscheiden:

  • Beamtenkredite
  • Beamtendarlehen

Beamtendarlehen unterscheiden sich von Beamtenkrediten noch einmal in einem entscheidenden Punkt: sie sind endfällig. Das bedeutet, der Kreditnehmer muss die geliehene Summe zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Betrag an den Kreditnehmer zurückzahlen. Dazu ist das Beamtendarlehen in der Regel an einen bestimmten Versicherungsvertrag gekoppelt. Zum Beispiel eine:

  • Kapitallebensversicherung
  • Rentenversicherung

Der Kreditnehmer zahlt dann regelmäßig in die Versicherung ein, die zu einem festgelegten Zeitpunkt an den Kreditgeber ausgezahlt und dadurch die Schuld getilgt wird. Gleichzeitig zahlt der Darlehensnehmer die Zinsen für das Beamtendarlehen direkt an den Kreditgeber. Ein großer Vorteil dieser Finanzierung ist die eingeschlossene Absicherung der Familie und Angehörigen. Ist das Beamtendarlehen nämlich an eine Lebensversicherung gekoppelt, zahlt diese auch im Versicherungsfall, also dem Tod des Versicherten, die Versicherungssumme an die Bank aus. Die Angehörigen müssen also nicht zusätzlich abgesichert werden.

Welche Konditionen gelten für Beamtendarlehen?

Beamtendarlehen bieten den Kreditnehmern aufgrund ihrer hohen Bonität besonders attraktive Konditionen. Dazu zählen insbesondere:

  • Lange Laufzeiten
  • Niedrige Zinsen
  • Flexible Verwendungsmöglichkeiten
  • etc.

Die Laufzeiten von Beamtendarlehen betragen wegen der Koppelung an eine Lebensversicherung mindestens 12 Jahre. Laufzeiten bis 20 Jahre stellen üblicherweise die maximale Laufzeit dar.

Die Höhe der Darlehenssumme richtet sich nach dem monatlichen Einkommen des Kreditnehmers. Als Richtwerte gilt hier je nach Kreditgeber der Faktor 20 bis 24. Also das 20- bis 24-Fache des Nettoeinkommens. In der Verwendung des Darlehensbetrages sind Beamtendarlehen bei der überwiegenden Mehrheit der Anbieter sehr flexibel und in der Regel sogar überhaupt nicht gebunden. Es steht dem Darlehensnehmer also frei, wie und wofür er sein Darlehen verwendet.

Eine Besonderheit bei der Rückzahlung des Beamtendarlehens besteht in der Koppelung an einen Versicherungsvertrag. Der Darlehensnehmer zahlt also keine Raten an die Bank, sondern Beiträge für eine Versicherung. Dementsprechend orientiert sich auch die Rückzahlung an herkömmlichen Versicherungsverträgen. Das heißt, dass sich die Höhe der monatlichen Belastungen nach den herkömmlichen Kriterien von Lebensversicherungen richten. Ausschlaggebend für die monatliche Belastung sind daher auch Faktoren wie:

  • Alter
  • Gesundheitszustand
  • etc.

des Darlehensnehmers.

Aus der Tatsache, dass ein Versicherungsvertrag zur Rückzahlung des Beamtendarlehens geschlossen wird, ergibt sich ein weiterer großer Vorteil für Darlehensnehmer. Sie können den Versicherungsvertrag gleichzeitig auch für ihre Altersvorsorge mitnutzen. Übersteigt die Versicherungssumme nämlich die Höhe des fälligen Beamtendarlehens, steht die Differenz dem Versicherungsnehmer zur Verfügung. Das gleiche gilt auch für Zinsen und Überschüsse, die von der Lebensversicherung erwirtschaftet werden. Sie kommen ebenfalls wie bei herkömmlichen Versicherungsverträgen dem Versicherten zugute.

Wer kann ein Beamtendarlehen erhalten?

Entscheidende Voraussetzung für Beamtendarlehen ist, dass der Darlehensnehmer Beamter, Pensionär oder Angestellter im öffentlichen Dienst ist. Dazu zählen insbesondere:

  • Beamte
  • Angestellte im öffentlichen Dienst
  • Verbeamtete Lehrer und Akademiker
  • Justiz- und Postbeamte
  • Berufssoldaten
  • Richter

Auch an Beamte auf Probezeit werden Beamtendarlehen häufig vergeben. All diesen Personenkreisen ist in jedem Fall gemeinsam, dass sie über ein regelmäßiges und vor allem sicheres Einkommen verfügen, was letztendlich das ausschlaggebende Kriterium für die Vergabe eines Darlehens ist.

Neben diesen allgemeinen Kriterien gelten wie bei jedem herkömmlichen Kredit oder Darlehen natürlich auch gängige Bonitätskriterien.

Worauf ist bei Beamtendarlehen zu achten?

Wer als Darlehensnehmer für ein Beamtendarlehen in Frage kommt, steht bei der Auswahl geeigneter Angebote vor einem grundlegenden Problem: Der Begriff Beamtendarlehen ist in keiner Weise geschützt. Das heißt, dass sich die zugrundeliegenden Finanzprodukte mitunter deutlich voneinander unterscheiden können.

Unabhängig davon ist zu beachten, dass sich die tatsächlichen Vorteile für den Darlehensnehmer vor allem immer nach den Versicherungskriterien richten, die die Beitragshöhe beeinflussen. Stuft der Versicherungsanbieter bestimmte Faktoren beim Versicherungsnehmer als riskant ein, kann dies wie bei jeder Lebensversicherung Auswirkungen auf die Höhe der monatlichen Versicherungsbeiträge haben. Entsprechend kann die monatliche Belastung, die aus einem Beamtendarlehen resultiert, je nach Versicherungsnehmer sehr unterschiedlich ausfallen. Auch von Versicherungsanbieter zu Versicherungsanbieter können die monatlich fälligen Beiträge unterschiedlich ausfallen.

Bei der Koppelung eines Darlehens für Beamte an eine Lebensversicherung ist der schlimmste aller Fälle, der Tod des Darlehensnehmers, abgesichert. Dies bietet vor allem den Angehörigen ein hohes Maß an Sicherheit. Zusätzlich bieten viele Versicherer an, einen weiteren essentiellen Versicherungsschutz zu integrieren: eine Dienstunfähigkeitsversicherung. Hierbei handelt es sich im Grunde um eine besondere Form der Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sichert den versicherten Beamten oder Angestellten des öffentlichen Dienstes ab, falls er unfähig wird, seiner Tätigkeit weiter nachzugehen. Etwa infolge einer Erkrankung oder eines Unfalls. Wird der Versicherte dienstunfähig, übernimmt bei Einschluss des Versicherungsschutzes die Dienstunfähigkeitsversicherung die Beiträge zur Lebensversicherung zur Ablösung des Beamtendarlehens.

Geeignete Beamtendarlehen finden

Wer sich für den Abschluss eines Beamtendarlehens entscheidet und die dafür notwendigen Kriterien erfüllt, sollte in jedem Fall unterschiedliche Angebote genau miteinander vergleichen. Häufig bestehen Unterschiede je nach Anbieter bei Punkten wie:

  • Laufzeit
  • Zinshöhe
  • Zweckbindung des Darlehens
  • Versicherungskonditionen für eine notwendige Lebens- oder Rentenversicherung

Weil ein Vergleich von unterschiedlichen Angeboten auf Grund der vielen Kriterien, die zu berücksichtigen sind, schwierig ist, empfiehlt sich die Verwendung von entsprechenden Vergleichsrechnern. Noch besser als auf standardisierte Vergleichsrechner zurückzugreifen, ist die Nutzung von unabhängigen Beratungsangeboten.

Beraten lassen

Unser Team aus erfahrenen Beratern unterstützt Sie bei der Suche nach und der Auswahl von geeigneten Angeboten für ein Beamtendarlehen – unabhängig, kompetent und individuell. Lassen Sie sich einfach beraten, welche Angebote speziell zu Ihren individuellen Bedürfnissen und Anforderungen passen. Auf diese Weise erhalten Sie genau die Angebote, die zu Ihrer Lebenssituation passen.

Besteht zum Beispiel bereits ein Versicherungsschutz, prüfen wir für Sie, ob und unter welchen Voraussetzungen sich ein Beamtendarlehen trotzdem für Sie lohnt. Auf diese Weise ermitteln wir auch, ob ein Beamtenkredit, der nicht an einen bestimmten Versicherungsschutz gekoppelt ist, gegebenenfalls für Sie besser geeignete ist. Auch hierzu beraten wir Sie gerne ausführlich und individuell. Zögern Sie nicht und nutzen Sie unser unverbindliches Beratungsangebot.